Es ist Montagmorgen im Jobcenter. Eine Mitarbeiterin erklärt zum dritten Mal denselben Sachverhalt. Ihr Gegenüber nickt, aber der Blick verrät: Die Botschaft ist nicht angekommen. Beide sind frustriert. Diese Szene wiederholt sich täglich – in Sozialämtern, Bürgerämtern, bei der Caritas, beim DRK oder dem Sozialdienst katholischer Frauen. Überall dort, wo Menschen mit unterschiedlichen sprachlichen oder kognitiven Voraussetzungen aufeinandertreffen.
Verständliche Kommunikation in Behörden
Warum Workshops für verständliche Kommunikation den Arbeitsalltag verändern
📊 Die Ausgangslage
✅ Was Workshops bewirken
Zeit sparen
Weniger Rückfragen, weniger Wiederholungen, schnellere Bearbeitung
Stress reduzieren
Entspanntere Gespräche auf beiden Seiten des Schreibtischs
Inklusion leben
Alle Menschen werden verstanden und können teilhaben
Recht erfüllen
Gesetzliche Anforderungen umsetzen
⚖️ Die rechtliche Grundlage
Das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) verpflichtet öffentliche Stellen, Informationen auf Verlangen in Leichter Sprache bereitzustellen.
Die europäische Richtlinie ist in Deutschland föderal umgesetzt – jedes Bundesland regelt die Details in eigenen Landesgleichstellungsgesetzen.
Das bedeutet: Verständliche Kommunikation ist keine freiwillige Zusatzleistung, sondern ein rechtlicher Anspruch von Menschen mit Behinderungen.
Workshop: So reden Sie leicht verständlich
Praxisorientierte Schulung für Mitarbeitende mit Publikumsverkehr – direkt bei Ihnen vor Ort oder per Zoom.
Das Problem ist nicht der Wille, sondern das Werkzeug
Mitarbeitende in Behörden und sozialen Einrichtungen wollen helfen. Sie sind fachlich kompetent und engagiert. Doch sie wurden ausgebildet, um Verwaltungssprache zu beherrschen – nicht, um komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass wirklich jeder sie versteht. Und genau hier liegt die Lücke.
Verständliche Kommunikation ist aber eine Fertigkeit, die man lernen kann. Es geht dabei nicht darum, Menschen von oben herab zu behandeln, sondern es geht darum, Sprache als Brücke zu nutzen statt als Barriere. Wie macht man das? Man begibt sich auf die Augenhöhe der Person, die uns gegenüber steht. Ohne Arroganz, ohne sich hinter Fachbegriffen zu verschanzen. Sondern mit Ruhe, Respekt und Freundlichkeit. Und schon öffnet sich die Tür des Verstehens ein klein wenig mehr!
Leichte Sprache ist keine Kür – sie ist gesetzliche Pflicht
Was viele nicht wissen: Öffentliche Stellen sind rechtlich verpflichtet, Informationen bei Bedarf in Leichter Sprache bereitzustellen. Das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) auf Bundesebene schreibt dies eindeutig vor. Menschen mit Behinderungen haben einen Anspruch darauf, von Behörden in verständlicher Form informiert zu werden. In diesem Blogartikel habe ich das ausführlich erläutert. Wer das Gesetz im Original lesen will, schaut hier nach.
Diese Regelung ist in Deutschland föderal umgesetzt. Das bedeutet: Jedes Bundesland hat eigene Gesetze mit teils unterschiedlichen Schwerpunkten. Ob Nordrhein-Westfalen, Bayern oder Sachsen – die Details variieren, aber die Grundpflicht bleibt bestehen. Wer in einer Behörde oder öffentlichen Einrichtung arbeitet, sollte wissen, welche Vorgaben im eigenen Bundesland gelten.
Für Mitarbeitende in Bundesbehörden heißt das konkret: Verständliche Kommunikation ist nicht nur hilfreich, sondern kann rechtlich eingefordert werden. Aber was für Bundesbehörden gilt, können die Länder und Kommunen nicht einfach ignorieren, denn dem Menschen, der Hilfe benötigt, sind die Gesetze egal: Er will Antwort auf Fragen. Wer hier unsicher agiert, riskiert im Zweifel mehr als nur ein Missverständnis.
Wer profitiert von verständlicher Kommunikation?
Die Zielgruppe ist größer, als viele denken. Menschen mit geringen Deutschkenntnissen, ältere Menschen, Menschen mit Lernschwierigkeiten, aber auch gestresste oder verunsicherte Menschen verstehen komplizierte Erklärungen oft nicht beim ersten Mal. Das betrifft einen erheblichen Teil der Bevölkerung. Studien zeigen, dass rund 17 Millionen Erwachsene in Deutschland Schwierigkeiten mit komplexen Texten haben.
Für Einrichtungen mit Publikumsverkehr bedeutet das: Wer verständlicher kommuniziert, spart Zeit, reduziert Rückfragen und senkt den Stresspegel – auf beiden Seiten des Schreibtischs. Und erfüllt nebenbei gesetzliche Anforderungen.
Was ein Workshop zu Leichter Sprache konkret bringt
In einem praxisorientierten Workshop lernen Mitarbeitende keine abstrakten Regeln, sondern konkrete Techniken für den Arbeitsalltag. Wie formuliere ich einen Satz, der sofort verstanden wird? Welche Wörter sollte ich vermeiden? Wie erkenne ich, ob mein Gegenüber wirklich folgen kann?
Die Teilnehmenden probieren die Techniken direkt aus, anhand von Beispielen aus ihrem eigenen Arbeitsumfeld. Sie verlassen den Workshop mit konkreten Tools, die sie sofort beim nächsten Gespräch einsetzen können.
Barrierefreiheit bedeutet mehr als Rampen und Aufzüge
Mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz rückt das Thema weiter in den Fokus. Barrierefreiheit umfasst auch die sprachliche Zugänglichkeit von Informationen. Wer seine Mitarbeitenden schult, investiert in Inklusion – und stellt sicher, dass die eigene Einrichtung den rechtlichen Rahmen erfüllt.
Gerade für öffentliche Stellen, die dem Behindertengleichstellungsgesetz unterliegen, ist die Schulung von Personal keine optionale Maßnahme. Sie ist ein Baustein, um den gesetzlichen Anspruch auf Leichte Sprache im Alltag tatsächlich umsetzen zu können.
Der erste Schritt
Veränderung beginnt mit Bewusstsein. Ein Workshop zu verständlicher Kommunikation öffnet die Augen dafür, wie viele Missverständnisse vermeidbar wären – und welche rechtlichen Anforderungen bereits heute gelten. Er gibt das Handwerkszeug, es besser zu machen.
Für Mitarbeiter und MItarbeiterinnen in Behörden, Sozialeinrichtungen und gemeinnützigen Organisationen, die täglich mit Menschen arbeiten, sollten solche Workshops kein optionales Angebot sein, sondern wichtige Grundlage für gelingende Kommunikation und gelebte Inklusion.
Klingt das alles noch zu abstrakt? Nutzen Sie meine kostenlose Beratungsstunde. Ich erläutere Ihnen gerne ganz konkret, was Ihre Behörde und Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nach einem Workshop zu verständlicher Kommunikation besser können als vorher. Ich freue mich auf Ihren Anruf.
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